Der Erklärreflex

Das Berufsleben färbt auf das Privatleben ab. Dem wird nicht jeder zustimmen, das ist auch nicht immer schön, dennoch bin ich ein großer Anhänger dieser Theorie. Kellner haben vielleicht die Manie, immer schnell zusammenzurechnen, was gerade auf dem Tisch steht. Verkäufer fangen möglicherweise schnell damit an, die Vorzüge einer Sache, von der sie überzeugt sind. anzupreisen.

Lehrer. Lehrer haben den Erklärreflex. Jeden Tag 7x 45 Minuten lang Dinge erläutern, begreiflich machen (und das macht jeder, auch der, der selbstentdeckendes Lernen praktiziert, sichert am Ende ab) – das bleibt nicht ohne Folgen. Man möchte auch im privaten Kreise verstanden werden. Bringt anschauliche Beispiele, wiederholt und sichert ab. Überprüft, ob die Mitteilung angekommen ist. Man spricht also viel.

Das mag nun nicht jeder. Und man bekommt es auch schnell mitgeteilt, wenn man die lieben Mitmenschen nervt, indem man sie zuquatscht. Viele (Euphemismus, Alle) haben nach der Schul- und ggf. Ausbildungszeit genug davon, „belehrt“ zu werden. Daher empfehle ich mir und meinen Kollegen: Vorsichtig sein. Behutsam erklären. Sparsam. Auch mal schweigen, wenn man etwas eigentlich so nicht stehen lassen kann. „Ja, Herr Lehrer“, kann sonst ganz schnell die Antwort sein (jaja, selbst schon gehört).

Wie ich drauf komme? Ein Kollege rief mich heute Morgen an…

18.8.09 11:40

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zillie / Website (18.8.09 22:50)
Als ich meinen Mann kennengelernt habe, war sein jüngster Bruder 15. Irgendwann fiel irgendeine Bemerkung über meinen Beruf ... seine Gesichtszüge entgleisten und er wich regelrecht zurück vor Schreck. Genau das Gleiche habe ich letzte Woche bei seiner nun 9-jährigen Tochter erlebt. Bisher hatte sie mich eigentlich gemocht... ; ))

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